Dienstag, 5. Februar 2008

Fidis Welt, 5. Februar













Heute ist Veilchendienstag, morgen ist Aschermittwoch. Für mich ist dies nicht ganz so wichtig, denn ich bin keine Karnevalistin und Frohsinn auf Bestellung, bzw. Kalendertermin ist nicht so ganz meine Sache. In den letzten Wochen war ich sehr krank und diese Zeit habe ich genutzt, um mich mit meinem Konsumverhalten zu beschäftigen. Buchtipps hierzu:
Nicole Rupp: Haben kommt von Sein.
Judith Levine: Not buying it. (Auf deutsch: No shopping! bei Kiepenheuer erschienen)
Wolfgang Ullrich: Haben wollen. Eine Geschichte des Konsums (jetzt auch als Taschenbuch erhältlich)
Fred Grimm: Shopping hilft die Welt verbessern, Mosaikverlag bei Goldmann (was für ein wundervoller Gedanke)
Diese Bücher haben mich sehr mein Konsumverhalten überdenken lassen. Da ich ja selbst jemand bin, der gerne geniesst und auch Luxus herstellt (Schmuckdesign), war es mir besonders wichtig, herauszufinden, was kaufen und konsumieren, wie auch Verzicht bedeutet. Ich bin jemand der alles haben will, Unikate, Einzelstücke, custommade things und so weiter. Ich bin der typische Smartshopper, der gerne auf Flohmärkte geht (interessant, Ullrich beschreibt dies so, dass man sich dadurch eine Identität zusammenbastelt durch schon genutzte Dinge- sehr spannend). Aber ich stimme auch Rupp zu, dass Leute, die sparen wollen, soviel Zeit ins Sparen investieren, dass kein Genuss mehr möglich ist, da man ja in outlet center fahren muss, bei ebay höllisch aufpassen muss, um keine Auktion zu verpassen und so weiter und so weiter. Ich hasse, wie Frau Rupp auch, große, riesige Geschäfte... Ja, so ist es. Das ist kalt und anonym. Judith Levine, die ein Jahr lang nichts einkaufte, weder Klamotten noch sonstige Luxuskonsumgüter spricht von einem harten Jahr, aber auch einer Befreiung. Sehr lesenswert, wie durch den Konsumverzicht sich auch weitere Bereiche des Lebens verändern. So auch bei mir. Bin jetzt bei Lichtblickestrom, bin bei Goldmarie, weil ich mir sorgfältig aussuche, wen ich als Kunden möchte, und wo ich werben will. Mein Geld soll meinen Zwecken dienen, und für dunkelrot wünsche ich mir Kunden, die sich etwas gönnen, und den Wert von Handarbeit und originellen Ideen anerkennen.
Einen inspirierenden Restwinter mit der Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten (Nicht vieles ist spannender) wünscht
Fidi


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