Mittwoch, 9. Juli 2008

Nachtrag zu ICEland in Trier

Chance für Jugendliche

Überbetriebliche Berufsausbildung im Verkauf


Presse Info 67 vom 23.06.2008


Learn-factory des Caritasverbandes für die Region Trier bildet Jugendliche aus. Agentur für Arbeit Trier finanziert Projekt


Nicht allen Jugendlichen gelingt es nach der Schulzeit direkt eine betriebliche Ausbildungsstelle zu finden. Dies hat verschiedene Gründe. Häufig reichen die schulischen Leistungen und Abschlüsse nicht aus. Aber auch andere Gründe im persönlichen oder sozialen Bereich führen oft dazu, dass der Wunsch nach einer betrieblichen Ausbildung unerfüllt bleibt.

Um diesen Jugendlichen dennoch zu einer Ausbildung zu verhelfen fördert die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ausserbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen. Eine solche Maßnahme läuft derzeit in der learn-factory, einer Einrichtung des Caritasverbandes für die Region Trier. Hier werden seit August des letzten Jahres 17 Jungen und Mädchen zu Kaufleuten im Einzelhandel und Verkäufern ausgebildet.

Die Jugendlichen erlernen die theoretischen Grundlagen zum Beruf durch qualifizierte Ausbilder und parallel durch den Besuch der Berufsschule. Die praktische Ausbildung findet im Iceland-Store Trier, Johann-Philipp Str. 1, einem eigens gegründeten Ausbildungsladen der Caritas, und bei Praktikumsbetrieben in der Region statt.

„Unser Ziel ist es, diese benachteiligten Jugendlichen so zu qualifizieren und in der Ausbildung zu begleiten, dass sie einen Berufsabschluss schaffen“, so die Leiterin des Ausbildungsladens, Viola Bayer. „Wir bieten gezielten Förderunterricht und vermitteln in diversen Projekten soziale Kompetenzen. Das Ausbildungskonzept ist so angelegt, dass während der Ausbildungszeit bei uns die Jugendlichen auch in einen Betrieb wechseln können um dort die Ausbildung fortzusetzen. Dadurch erhöhen sich die Chancen auf eine Übernahme nach Abschluß der Ausbildung“ betont Viola Bayer.

Durch die betrieblichen Praktika, auch bei größeren Bekleidungshäusern in Trier, ist es mittlerweile schon fünf Teilnehmern gelungen in eine betriebliche Ausbildung zu wechseln.

Eine Teilnehmerin ist die allein erziehende 22jährige Valerie Balestas. Sie ist vor 11 Jahren aus Frankreich zugezogen. Wegen der Versorgung ihrer 15 Monate alten Tochter ist sie zeitlich stark eingeschränkt. In Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer kann sie ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel in Teilzeitform durchführen. „Bisher habe ich keine Lehrstelle gefunden und nur einen berufsvorbereitenden Kurs besucht. Ich will aber unbedingt eine qualifizierte Ausbildung haben, damit ich meinem Töchterchen künftig auch etwas bieten kann. Deshalb bin ich sehr froh über die Chance hier bei learn-factory in Teilzeitform einen Beruf zu erlernen“, sagt Valerie Balestas.

Alle Jugendlichen sind mit Eifer bei der Sache. Besonders gerne arbeiten sie im Ausbildungsladen Iceland und in den Praktikumsbetrieben. Während der ausserbetrieblichen Ausbildung erhalten die Jugendlichen eine Ausbildungsvergütung.

Hintergrund:

Learn-factory ist eine Einrichtung des Caritasverbandes zur beruflichen Bildung. Das Hauptaugenmerk liegt auf der beruflichen Förderung benachteiligter Jugendlicher und deren Integration in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt. Durch gezielte Beratung, Begleitung und Qualifikation werden junge Menschen auf den Abschluss einer Berufsausbildung vorbereitet. Diese Arbeit ist ein Baustein der sozial oder strukturell benachteiligten Jugendlichen Hilfen zum Erarbeiten einer Lebensperspektive bietet. Auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben werden die Jugendlichen begleitet, beraten und gefördert. In der Einrichtung befinden sich derzeit in verschiedenen Ausbildungsmaßnahmen 40 Jugendliche.

Hintergrund:

Ausserbetriebliche Ausbildung wird nach den §§ 240 ff SGB III durch die Agentur für Arbeit gefördert. Ziel ist, sogenannte benachteiligte Jugendlichen ausserhalb der besonderen Anforderungen einer betrieblichen Ausbildung zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu führen. Während der Ausbildung werden die Jugendlichen zusätzlich unterstützt beim Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, die Förderung der Fachpraxis und Fachtheorie sowie die sozialpädagogische Begleitung. Die ausserbetriebliche Ausbildung wird in verschiedenen Berufen auch von anderen Bildungsträgern durchgeführt. Im Gesamtbezirk stehen in diesem Jahr derzeit 63 Plätze zur Verfügung. Jugendliche, die sich für eine solche Ausbildung interessieren wenden sich an ihren Berufsberater/Berufsberaterin. Die Telefonnummer lautet: 01801 555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise abweichend)

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